Kolumne von Ermi-Oma

Markus Hirtler, Sozialmanager, hat über 20 Jahre als Pfleger, Pflegedienstleiter und Heimleiter gearbeitet. Mit seiner Kunstfigur „Ermi-Oma“ erhebt der Kabarettist seine Stimme für die Menschen, die in unserer „Altenentsorgungsgesellschaft“ nicht gerne gehört werden.

27 Sep

Was ist Pflege wert?

Sogt die Schwierigtochter: Du Oma, i geh dir ja immer wieder mal zur Hand und tu Dinge, für dich, die du selber nicht mehr kannst oder? Ja Herzerl, hab i gsogt und ich bin dir dafür auch dankbar, aber i spür schon seit ein paar Tagen, dass dir die Reibung zwischen Daumen und Zeigefinger mehr bedeuten würde, als ein „Vergelts´s

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24 Mai

Regressaggressionen

Ins Heim hätt i schon längst wulln, damit i meine Leut net zur Last foll, aber wia da Regress noch aktiv war, hom die Kinda imma gsogt, na Mama wir schoffen des schon, bitte bleib daham, wir holten olle zsamm, sunst is des Haus weg, die gehen ins Grundbuach und fort is des Häuserl. Es is imma schwieriger gworden, amol

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12 Sep

Tubletten Wahl

Oma, bitte geh doch endlich amol zum Doktor und loss da Bluat ozapf´n, damit wir wissen, wos mit dir eigentlich los is, warum du dein Stützstrumpf nicht mehr allein anziehen kannst. Dann spar ma uns des Diskutieren, des Umanaundaführen und das die aundern Leit dei Pflegegöd kassieren. Da Hausarzt hot mir an holben Liter Bluat obzapft und daunn hot er

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29 Jun

Beim Hausarzt

Neulich sind mir die Tubletten ausgangen, hab i mi gleich in da Fruah auf’n Weg zum Dokta gmocht. Die leeren Tublettenschachteln hab i mitgnommen. damit er net in sei Kartei schaun muaß, dann is er beim Rezeptausstellen schneller. Jeden Tog soll ich 27 Tubletten schluck‘n, drei davon san rot und zwa san gölb mit schworze Punkte drauf,- i glaub die

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21 Mrz

Frühlingserwachen

Hiatzt is es wieder so weit, da Frühling kummt, i gfrei mi! Die Bienen werden wieder summan- falls es noch welche gibt- die Palmkatzerl werden wieder so flauschig sein und da graue Gatsch wird durch a saftig grüne Wiesn ersetzt. I gfrei mi! Olladings kaun bei uns im Oitasheim des Frühlinkserwachen jeden Tog sein. Also wenn di die Spätdienstschwesta am

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17 Feb

I was net, I was net!

lwas net warum da Tod mi net holt. Amend bin i Eam schon zu kolt oder z’olt. Die Aundern sterben dahin wie die Fliagn und i tua den gaunzen Tog nur liegen. Mit Papperl werd i vullgstopft, direkt in Schlauch und woschen tuans mich auch. l hob immer gern glebt, aber …? Jo jo die Aundern hoben leicht lochen, de

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30 Jan

Fünfzig Mal!

Fünfzig Mal ham’s mi noch meiner Adress und dem Geburtsdatum gfrogt, wie i ins Kraunkenhaus miaßn hob, wal i in da Nacht auss’n Bett gfolln bin. Dabei hot die Schwesta vom Heim eh ois mitgeben, meine gaunzen Daten. Fünfzig Mal ham’s daunn nochgfrogl, ob i amend a Zusotzvasicherung hätt. Fünfzig Mal hob i aungläutet um die Schüssel. Nach 50 Minutn

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28 Nov

Das wäre Würde

Das wäre Würde, das wäre Würde, das wäre Würde, Würde wäre das… Würde wäre, wenn Sie nicht immer so würdig tun würden. Würde wäre, wenn Sie nichts tun würden, was ich noch selber gern tun würde. Würde wäre, wenn’s net sogen täten: “Mei … is des Iiab”, wenn ich dem Albert vom Nochborzimma a „Gute Nacht Busserl“ gib. Würde wäre,

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28 Okt

Besuchszeit

„Und sonst?“ „Jo tut eh!“ „Und bei dir?“ „.Jo tut a.“ Jo, jo was sollst sogen, es ist halt a so, do kamm ma nix machen. Schön, dass du kommen bist, hot mi sehr gfreut. Kommst halt bald wieder, dann können wir uns wieder unterhalten. Sonst nimmst halt dein Gameboy mit, dann kannst eh a bisserl spielen bei mir, dass

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15 Sep

Mein Heimgartl!

Seit kurzem hab ich einen Heimgarten, nein eigentlich keinen Heimgarten, sondern einen kleinen Garten im Heim oder besser gsagt, ein Rabattl. Mehr is es jo net. Ein kleines Rabattl eben. Zwa Meter broat und an Meter lang, wenn überhaupt. A Freud hob i, wie alles wachst und gedeiht. Na jo, i hob immer an Garten ghobt, damit wir uns als

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